Der Ingenieurholzbau basiert auf Kenntnissen der modernen Holztechnik und des Ingenieurwesens. Er grenzt sich im Holzbau deutlich vom handwerklich orientierten Zimmererwesen ab. Insbesondere durch den Einsatz von Brettschichtholz, Holzwerkstoffen und computergestützten Verfahren der Baustatik sind großdimensionierte Konstruktionen mit dem Baustoff Holz möglich. Zum Tätigkeitsbereich des Ingenieurholzbaus zählen hauptsächlich Bauwerke, deren Konstruktion besonderes aufwändig ist und die zudem große Spannweiten aufweisen, so z.B. Gewerbehallen.
Zu diesen Bauten zählen:
» Hallenbauten
» Sportstätten
» Brücken
» Sonderbauten
In diesem Zusammenhang sind es vor allem die weit gespannten Konstruktionen, die während der kompletten Bauwerkserstellung äußerste Präzision erfordern. Eine einwandfreie und lückenlose Dokumentation und Qualitätssicherung der Abläufe ist hierbei von besonderer Wichtigkeit. Um eine hohe Bauqualität zu sichern, dürfen hier nur gekennzeichnete und zugelassene Bauprodukte eingesetzt werden.
Brücken
Im 18. Jahrhundert erreichte der Brückenbau in Holz mit der Rheinbrücke Schaffhausens einen ersten Höhepunkt.
Die Weiterentwicklung erfolgte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Nordamerika beim Bau der Eisenbahnstrecken. Heute verwendet man Holz im Brückenbau insbesondere bei Fußgängerbrücken, Fahrradbrücken oder anderen untergeordneten Brücken wie Güterwegbrücken. Von großem Vorteil ist bei dieser Art des Brückenbaus vor allem das niedrige Eigengewicht des Holzes. Aber auch für den motorisierten Straßenverkehr werden Holzbrücken verwendet wie z.B. in der Nähe des finnischen Mäntyharju. Dort wurde die mit 168 m längste für den Straßenverkehr zugelassene Holzbrücke der Welt 1999 eröffnet. Die längste gedeckte Holzbrücke Europas ist die Holzbrücke Bad Säckingen in Süddeutschland.
Hallen
Hallen aus Holz können für verschiedenste Zwecke genutzt werden, so dienen sie z.B. als Reithallen, Lagerstätten und Nutzhallen in der Landwirtschaft.
Zudem passen sich Hallen aus Holz durch ihre Form in vielen Fällen besonders gut in das bereits bestehende Landschaftsgefüge ein. Vor allem für Reithallen eignet sich die Bauart, da sich Tiere wie auch Menschen in einem angenehmen Klima, welches durch den Einsatz von Holz entsteht, weitaus wohler fühlen. Von Vorteil ist bei Hallen aus Holz auch der Kostenfaktor. Holzhallen bieten außerdem im Vergleich zu Stahlkonstruktionen ein besonders gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, da die Herstellungskosten meist niedriger sind.