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Der Mensch verbringt die meiste Zeit seines Lebens im Inneren eines Gebäudes. Entsprechend wichtig sind ein angenehmes Raumklima und hygienische Wohnverhältnisse. Der Baustoff Holz trägt in besonderem Maße zur Herstellung solcher Bedingungen bei.

Ein Holzhaus garantiert jedoch nicht nur ein behagliches Wohnen. Mit der Entscheidung für Holz entscheidet man sich für einen bewussten Beitrag zum Schutz der Umwelt. Als natürlicher Werkstoff muss Holz nicht aufwändig veredelt werden, weswegen dessen Weiterverarbeitung wesentlich weniger Energie verbraucht als z.B. die Verwendung von Beton oder Stahl.

Von Vorteil ist ebenfalls die Möglichkeit der Spezialanfertigung aus den gleichen Hölzern, die auch zur Architektur des Hauses verwendet wurden. Von Carports über Gerätschuppen und Balkon bis hin zum Innenausbau wie Holztreppen oder Mobiliar wie Stühle, Tische (massiver Holztisch oder in Verbindung mit anderen Elementen, z.B. Glas) oder sogar Waschtische ist die Einrichtung des Eigenheims so für ein angenehmes Wohnen aufeinander abstimmbar.


Ökologisches Bauen

Ökologie
Gute Gründe für die Verwendung von
Holz als ökologischem Baustoff sind die gute Verfügbarkeit und der ausbleibende Energieaufwand für die Herstellung.

Deutschland besitzt eine Waldfläche von ca. 10,7 Millionen Hektar. Auf dieser Waldfläche besteht ein Holzvorrat von 2,8 Milliarden m3, wovon derzeit jährlich 1,5% bzw. 42 Millionen m3 geerntet werden. Rund 40% des jährlichen Zuwachses bleiben ungenutzt und zusätzlich wird der Waldbestand durch die Wiederaufforstung jährlich vergrößert.

Ein weiterer Vorteil des ökologischen Baustoffes Holz ist die Verringerung des CO2-Gehalts in der Atmosphäre. Während der Bildung des Holzes nehmen die Bäume CO2 aus der Atmosphäre auf und wandeln es durch die Photosynthese in Holz um.

So entnehmen die deutschen Wälder der Atmosphäre jeden Tag 200.000 Tonnen Kohlendioxid – das entspricht ca. 2.300 Kilogramm pro Sekunde –, was wiederum einer CO2 Menge entspricht, die ein durchschnittlicher Autofahrer in einem Jahr produziert. Da das CO2 im Holz gebunden ist, ist es der Erdatmosphäre entzogen und somit während dieses Zeitraums schadlos für die Umwelt.


Energiestandards

Ökologie
Rund ein Drittel der gesamten CO2-Emissionen in Deutschland werden durch das Beheizen von Gebäuden verursacht.

Aus diesem Grund ist es notwendig, bei der Errichtung eines Gebäudes besonders auf die bauphysikalischen Eigenschaften wie den Wärmeschutz zu achten und die uns heute gegebenen Möglichkeiten im Bereich der Dämmung zu nutzen.

In Bezug auf Neubauten lautet eine wesentliche Anforderung, den Heizenergiebedarf (Energiesparhaus) zu senken und die Dämmung des Hauses zu verbessern. Besonders relevant ist hier der Begriff des Wärmedämmverbundsystems (WDVS), welcher ein System zur Fassadendämmung beschreibt. Das Dämmmaterial, bzw. die Dämmstoffe werden dabei an der Gebäudeaußenwand angebracht. Auch auf eine komplimentierende Isolierung des Dachstuhls, sprich die Dachisolierung, bzw. Dachdämmung sollte geachtet werden.

Übrigens wirkt eine gute Wärmedämmung nicht nur gegen den Energieverlust nach außen, sondern auch als Hitzeschutz im Sommer.

Der Holzbau bietet hier eine große Auswahl an verschiedensten Haustypen die dabei helfen, den Energiebedarf eines Gebäudes wesentlich zu senken.

Niedrigenergiehaus:

Neubauten, aber auch sanierte Altbauten, die das jeweilige gesetzlich geforderte energietechnische Anforderungsniveau unterschreiten, werden als Niedrigenergiehäuser bezeichnet. In Deutschland gilt derzeit das Anforderungsniveau der Energieeinsparverordnung (EnEV). Der Niedrigenergiestandard wird beim Niedrigenergiehaus durch eine kompakte Baukörperform und eine gut wärmegedämmte Gebäudehülle erreicht. Die Lüftung bei Niedrigenergiehäusern erfolgt über eine manuelle Lüftung, oder über mechanische Lüftungsanlagen, hierbei sollte der Luftdichtheitswert der Außenhülle, einen Wert von n50 ≤ 60 h-1 erreichen.

3-Liter-Haus:

Das 3-Liter-Haus stellt eine Weiterentwicklung des Niedrigenergiehauses dar. Der jährliche Heizenergieverbrauch liegt hier bei 3 Liter Heizöl bzw. 3 Kubikmeter Erdgas pro Quadratmeter Wohnfläche. Im Vergleich zum Niedrigenergiehaus weist das 3-Liter-Haus eine nochmals verbesserte Wärmedämmung auf. Zudem erfolgt ein Wärmegewinn durch transparente Flächen wie Fenster und die Abwärme der Heizungsanlagen.

Null-Energiehaus:

Das Nullenergiehaus ist ein Energiestandard für Gebäude, die rechnerisch in der jährlichen Bilanz keine externe Energie (Elektrizität, Gas, Öl usw.) beziehen. Es ist ein vollkommen energieautark betriebenes Gebäude. Die im Null-Energiehaus benötigte Energie für Heizung, Warmwasser usw. wird durch Solaranlagen erreicht. Die Deckung des übrigen Energie- und Strombedarfs wird mit Hilfe von Photovoltaikanlagen am bzw. im Haus selbst erzeugt. Technisch ist das Null-Energiehaus eine Verbesserung des Passivhauses. Wird mehr Energie erzeugt als selbst verbraucht, spricht man von einem Plusenergiehaus.

Passivhaus:

Das Passivhaus stellt ebenfalls eine Weiterentwicklung des Niedrigenergiehauses dar. Hierbei werden sowohl im Sommer wie auch im Winter, behagliche Temperaturen ausschließlich über die kompakte Gebäudeform, den besonders hohen Wärmeschutz, passive Solarenergienutzung, äußerst niedrige Wärmedurchgangskoeffizienten für Fenster und Türen, hohe Luftdichtheit der Gebäudehülle n50 ≤ 60 h-1, Wärmegewinnung aus der Abluft sowie die Passive Luftvorwärmung z.B. durch Erdreichwärmetauscher erreicht.

In diesem Zusammenhang sollte auch die Wärmpumpeheizung Beachtung finden, die der Umwelt Wärmeenergie entzieht und diese mittels Wärmepumpe auf ein verwertbares höheres Temperaturniveau hebt, um ein Gebäude beheizen zu können. Die Faktoren zu einer abschließenden Ökologischen Bilanz sind vielfältig, jedoch kann gesagt werden, dass die Einsparung von Primärenergie gegeben ist.

Der Baustoff Holz ist prädestiniert für die Umsetzung der oben genannten Energiestandards, da er bereits von Natur aus eine besonders niedrige Wärmeleitfähigkeit besitzt und im Gegenteil zu Beton oder Stahl an sich schon ein wärmedämmendes Material darstellt. Aufgrund dieser Eigenschaften des Holzes in Kombination mit einem zusätzlichen Wärmeschutz, können somit deutlich geringere Bauteildicken im Vergleich zum Massivbau mit Mauerwerk erreicht werden, was wiederum einen Zugewinn an Wohnfläche bedeutet.

Diese Aspekte sollten ebenfalls bei einer Sanierung oder beim Umbau des schon bestehenden Eigenheims beachtet werden, z.B. beim Dachausbau, der Dachsanierung oder dem Fassadenbau. Wenden Sie sich hierzu an Ihren Dachdecker oder Zimmermann. Auch wir beraten Sie gerne dazu!


Schutzmaßnahmen

Brandschutz:

In Deutschland fällt der Brandschutz unter das Länderrecht. Die Landesbauordnungen (LBO) leiten sich zwar von Musterbauordnung (MBO) ab, können aber daher von Bundesland zu Bundesland variieren. Die aus der Landesbauordnung resultierenden Anforderungen können mit Hilfe der Ausführungsnorm DIN 4109 „Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen“ erfüllt werden.

Schallschutz:

Dem Schallschutz in Wohnungen ist im Allgemeinen eine große Bedeutung zuzumessen. Er sollte so ausgelegt werden, dass die Menschen in den eigenen vier Wänden vor störenden Geräuschen geschützt werden. Aufgrund der neuen und verbesserten Konstruktionen im Holzbau haben sich die schalltechnischen Eigenschaften von Holzbauten enorm verbessert. Bedenken bezüglich des Schallschutzes sind nicht mehr nötig.

Wärmeschutz:

Die verbindliche für den Wärmeschutz zu erfüllende Vorschrift ist die Energieeinsparverordnung (EnEV). Diese Verordnung stellt verschiedenste Anforderungen an ein Gebäude, was z.B. das Erreichen der Dämmwerte, die Konstruktion und die Gebäudeform betrifft. Üblicherweise können Holzhäuser aufgrund ihrer sehr guten Dämmung diese Anforderungen erfüllen.

Luftdichtheit:

Die Luftdichtheit (auch Luftdtichtigkeit) eines Gebäudes wird mit einem Differenzdrucktest, dem sogenannten Blower-Door-Test, bestimmt. Durch einen in die Gebäudehülle (meist Tür oder Fenster) eingelassenen Ventilator wird innerhalb des Gebäudes ein konstanter Überdruck bzw. Unterdruck von z. B. 50 Pascal erzeugt und gehalten. Die durch Undichtheiten am Gebäude ausströmende Luftmenge muss durch den Ventilator in das Gebäude hineingedrückt werden, wobei die anfallende Luftmenge dann gemessen wird. Der sogenannte n50-Wert (Einheit: 1/h) gibt an, wie oft das Innenraumvolumen pro Stunde umgesetzt wird. Richtwerte für den n50-Wert sind in Teil 7 der DIN 4108 aufgenommen worden. Die seit 2002 geltenden Energieeinsparverordnungen enthalten ebenfalls Grenzwerte. Für den Nachweis der Luftdichtheit eines Gebäudes ist die Ausführungsnorm DIN 4108-7 „Luftdichtheit von Bauteilen und Anschlüssen“ maßgebend.

Feuchteschutz:

Der Feuchteschutz soll in erster Linie verhindern, dass Feuchtigkeit in das Innere eines Gebäudes eindringt und sich so Schimmelpilze im Gebäude bilden. Dank der verbesserten Dichtheit der Gebäude wurde das Risiko der Schimmelbildung bereits stark verringert und die meisten Fälle sind auf eine falsche Nutzung zurück zu führen, wie z.B. falsche Lüftungsgewohnheiten. Maßgebend für den Feuchteschutz sind die jeweilige Landesbauordnung, Teil 3 der DIN 4108 „Wärmeschutz und Energieeinsparung in Gebäuden; Klimabedingter Feuchteschutz“ und Teil 2 der DIN 68800 „Holzschutz im Hochbau; vorbeugend bauliche Maßnahmen“.

Holzschutz:


Der Holzschutz umfasst sämtliche Maßnahmen, die eine Zerstörung von Holz, Holzwerkstoffen oder Holzkonstruktionen (z. B. Blockhaus, Dachstuhl) durch Witterung, Insekten und Pilze verhüten und damit eine lange Gebrauchsdauer sicherstellen. Der Begriff „Holzschutz“ ist nicht nur auf den Einsatz chemischer Mittel zu beschränken. Der Holzschutz beginnt schon mit dem so genannten „konstruktiven Holzschutz“, welcher dem chemischen Holzschutz immer vorzuziehen ist. Darunter sind z. B. die Auswahl der Hölzer, Fällzeiten, die Bearbeitung und die Art und Weise der Verbauung zu verstehen. Die für den Holzschutz geltenden Anforderungen was sowohl den konstruktiven, wie auch den chemischen Holzschutz betrifft, werden in der Ausführungsnorm DIN 68800 „Holzschutz im Hochbau“ geregelt.