Lüftungssystem

Lüftung von Wohnräumen bei Neubau und Modernisierung Hinweis und Empfehlung für Bauherren Die aktuell gültige Energieeinsparverordnung (EnEV) hat aus Gründen der Energieeffizienz und Reduzierung der CO2-Emissionen zum Ziel Lüftungswärmeverluste eines Gebäudes weitestgehend zu reduzieren. Die Gebäudehülle muss daher so luftdicht wie möglich ausgebildet sein. Gleichzeitig ist aus Gründen der Behaglichkeit und Hygiene eine gezielte Zuführung von Frischluft unumgänglich und ein dauerhaft durchdachtes und richtiges Lüftungskonzept aus baurechtlichen Gründen (DIN 1946-6:2009-05 Lüftungen von Wohnungen – Allgemeine Anforderung) notwendig. Bauherr, Planer und Bauunternehmer haben dafür Sorge zu tragen, dass ein Konzept zur Lüftung erstellt wird. Notwendig wird dies bei Neubauten oder wenn an einem zu modernisierenden Gebäude z. B. folgende Änderungen vorgenommen werden: • In einem Mehrfamilienhaus mehr als 1/3 der vorhandenen Fenster ausgetauscht werden • In einem Einfamilienhaus mehr als 1/3 der vorhandenen Fenster ausgetauscht bzw. mehr als 1/3 der Dachfläche abgedichtet werden. Das Lüftungskonzept umfasst die Feststellung der Notwendigkeit von lüftungstechnischen Maßnahmen und die Auswahl des Lüftungssystems. Dabei sind bauphysikalische, lüftungs- und gebäudetechnische, sowie hygienische Gesichtspunkte zu beachten. Einige Hintergrundinformationen: Raumluftfeuchte: Der Mensch gibt am Tag mindestens 1,5 Liter Feuchtigkeit an die Raumluft ab. Durch Kochen, Duschen, Baden, Wäschetrockner und Zimmerpflanzen werden weitere 4 Liter Feuchtigkeit abgegeben. Ein vier Personenhaushalt kann so im Laufe eines Tages bis zu 10 Liter Wasser an die Raumluft abgeben. Warme Raumluft kann sehr viel Feuchtigkeit aufnehmen. Trifft die warme Raumluft auf kältere Außenbauteile, kann dies zu einem Tauwasserausfall führen und Feuchteschäden produzieren. Bei einer dauerhaften Feuchtekonzentration von über 70 % Raumluftfeuchte kann sich Schimmelpilz bilden. Beispieltabelle: Feuchtequelle Art Emission (g/h) bei 20°C Mensch Leichte Aktivität 30-60 Mittelschwere Aktivität 120-200 Schwere Arbeit 200-300 Bad Wannenbad ca. 700 Duschen ca. 2.600 Küche Kochen 700 – 1.000 Wäschetrocknen 5 kg geschleudert 2.500/Waschmaschine Schadstoffe: Eine Konzentration von CO2 in Innenräumen ab 1.000 ppm (1.830 mg/m³) ist hygienisch bedenklich. Die CO2-Abgabe eines Menschen liegt je nach Tätigkeit bei 14 – 72 l/h (=dm³/h). Weitere Belastungen durch flüchtige organische Stoffe können aus Möbeln und Kunststoffen stammen. Bei der Beurteilung flüchtig organischer Stoffe in der Innenraumluft entsteht allerdings das Problem, dass ein komplexes und zeitlich variables Gemisch von Stoffen beurteilt werden muss. Der Mensch benötigt je nach Tätigkeit bis zu 30 m³ Frischluft pro Stunde. Bei geringerer Frischluftzufuhr zeigen sich Müdigkeit und Konzentrationsschwächen. Wahl des geeigneten Konzeptes: Richtig Lüften kann man zum Beispiel über Fensterlüftung. Hierbei werden morgens alle Fenster für etwa 20 Minuten geöffnet, je nach Nutzung zusätzlich tagsüber weitere 3-4 Mal für circa 10-15 Minuten. Wichtig ist dabei, die Heizung in dieser Zeit abzustellen und die Fenster ganz geöffnet zu halten und nicht nur zu kippen. Ungeeignet ist dieses Konzept für Bewohner die sich während des Tages beruflich außer Haus befinden. Komfortabler und energiesparender lüftet man mit einer mechanischen Lüftungsanlage. Hierbei werden zentral oder dezentral angeordnete Lüftungsgeräte installiert, die für einen dauerhaften Luftaustausch sorgen. Die mit den Anlagen installierten Wärmerückgewinnungseinrichtungen können bis über 90% der Abluft-Wärme der Zuluft wieder zuführen. Somit werden die Lüftungswärmeverluste gegenüber der Fensterlüftung deutlich reduziert. Aus diesem Grund empfehlen wir den Einbau einer mechanischen Lüftungsanlage. Sie ist komfortabel, energiesparend und sorgt stets für eine hygienische Raumluft.